Hieronymus Lotter

(* um 1497 in Nürnberg; † 22. Juli 1580 in Geyer)

Hieronymus Lotter war Kaufmann und mehrmals Bürgermeister von Leipzig, sowie Bauleiter wichtiger landesherrlicher Bauprojekte in Sachsen – zum Beispiel der Augustusburg. In Leipzig war er die treibende Kraft für umfangreiche Baumaßnahmen des Rates.

Als Bürgermeister war Lotter vermutlich für den Umbau des Alten Rathauses in Leipzig (1556 – 57) verantwortlich, ebenso für weitere städtische Bauten, wie der Alten Waage (1555). Er wirkte außerdem als Bauleiter (damals Baumeister) bei der Errichtung der Moritzbastei mit.

Als Kaufherr erwarb Hieronymus Lotter in den Bereichen Bergbau, Geldleihe und Handel unter der Gunst des Kurfürsten Moritz von Sachsen einen erheblichen Wohlstand. Nach Fehlspekulationen, die zu seinem wirtschaftlichen Ruin führten, starb er in einfachen Verhältnissen in der Bergstadt Geyer. Sein Grab liegt unter dem Altar der Stadtkirche in Geyer.

Karl Stülpner

(* 30. September 1762 in Scharfenstein; † 24. September 1841 in Scharfenstein)

Karl Stülpner war ein erzgebirgischer Volksheld. Als Soldat, Wildschütz, Schmuggler, Fabrikant und Lebenskünstler war er wohl die umstrittenste und legendärste Person des Erzgebirges. Vielen ist er als "sächsischer Robin Hood" bekannt, der als vermessener Jäger ein Herz für die Armen hatte. Jedoch können nicht alle Geschichten tatsächlich belegt werden.

Stülpner wuchs in einer Tagelöhnerfamilie auf und wurde 1780 kurfürstlich sächsischer Musketier. Nach der Desertation war er jahrelang ständig auf der Flucht, wurde in verschiedene Regimente gepresst und desertierte erneut. Zwischen 1794 und 1800 lebte Stülpner relativ unbehelligt in Scharfenstein. Alles, was über ihn als Wildschütz erzählt wird, ist wohl in diese Zeit einzuordnen. Stülpner erwirbt sich einen Ruf als Unterstützer und Beschützer der Armen, aber auch als Schmuggler und Räuber. 1800 kehrte Stülpner freiwillig in die sächsische Armee zurück um seine Familie versorgen zu können. Er nahm 1806 an der Schlacht bei Jena teil und geriet in französische Gefangenschaft, konnte jedoch fliehen. Er desertiert erneut und flüchtet nach Böhmen, wo er verschiedene Handelsgeschäfte betrieb und schließlich eine Zwirnfabrik gründete, welche ihm zu einigem Wohlstand verhalf. 1813 kehrte er in seinen Heimatort zurück, wurde allerdings wieder in Schmugglergeschäfte verwickelt und musste fliehen. Nach einigen Wanderjahren durch seine Heimatregion kehrt Karl Stülpner 1839 mittellos nach Scharfenstein zurück und lebt dort bis zu seinem Tod 1841 von der Armenkasse. Sein Grab befindet sich auf dem Friedhof Großolbersdorf.

www.gemeinde-drebach.de

Stülpner Karl heute

 

Samuel Freiherr von Pufendorf

(* 8. Januar 1632 in Dorfchemnitz, Kursachsen; † 26. Oktober 1694 in Berlin)

Samuel von Pufendorf war ein deutscher Historiker, Natur- und Völkerrechtslehrer, sowie Naturrechtsphilosoph. Mit der Rechtsauffassung eines weltlichen Naturrechts und als Befürworter des einheitlichen Völkerrechts nahm er maßgeblich Einfluss auf die deutsche und europäische Rechts- und Staatsphilosophie im 18. und 19. Jahrhundert. Durch seine Theorie, dass die Ehe ein Vertrag zwischen zwei Personen mit gleichen Rechten ist, wurde er zum Wegbereiter der Gleichberechtigung.

Von Pufendorf wuchs als Sohn eines Pfarrers in Flöha auf. Er konnte die Fürstenschule in Grimma besuchen und studierte nach seinem Abschluss dort Theologie in Leipzig. Nach kurzer Zeit wechselte er jedoch zur Rechtswissenschaft. Ergänzend nahm er das Studium der Naturphilosophie, Finanz-, Wirtschafts- und Verwaltungslehre (Kameralistik) sowie der Geschichte und Staatswissenschaft auf. 1656 ging Pufendorf an die Universität Jena, wo er sich u.a. den Werken von René Descartes, Hugo Grotius und Thomas Hobbes widmete, die sein späteres Wirken beeinflussen sollten. 1658 beendete Pufendorf das Studium mit dem Titel des Magisters und wurde Hauslehrer beim schwedischen Gesandten Peter Julius Coyet in Kopenhagen. 1661 berief ihn der pfälzische Kurfürst Karl Ludwig nach Heidelberg, wo er in seiner ersten Professur am für ihn neue eingerichteten Lehrstuhl Natur- und Völkerrecht lehrte. 1668 ging er an die Universität nach Lund in Schweden. 1672 erschien sein lateinisch verfasstes Hauptwerk De jure naturae et gentium libri octo, das 1711 in deutscher Übersetzung unter dem Titel Acht Bücher von Natur und Völkerrecht veröffentlicht wurde. 1677 wechselte Pufendorf nach Stockholm. Der schwedische König ernannte ihn zum Hofhistoriographen, zum Geheimen Rat und Staatssekretär. 1688 wechselte Samuel von Pufendorf nach Berlin an den brandenburgischen Hof, wo er ebenfalls als Hofhistoriograph und Geheimer Rat tätig war. 1694 wurde er von Karl XI. von Schweden in den Freiherrenstand erhoben. Im Alter von 62 Jahren starb Samuel von Pufendorf am 26. Oktober 1694 in Berlin. Er wurde nahe dem Altar der Nikolaikirche beigesetzt.

Barbara Uthmann

www.elterlein-stadt.de

Bruno Gebhardt

(* 1894 in Kühnhaide; † 1975 in Zwönitz)

Bruno Gebhardt war ein leidenschaftlicher Sammler. 1894 wurde er als Bauernsohn geboren und verdiente seinen Unterhalt als Dekorationsmaler. In einer von Kriegen und Hungersnöten gekennzeichneten Zeit ließ er sich seine Dienste teilweise in Naturalien bzw. Sachwerten bezahlen. Dazu sammelte er Objekte aus der ihn umgebenden Natur. Als er starb, hinterließ er eine für das Erzgebirge wohl einmalige Sammlung mit Exponaten aus über 60 Fachgebieten und einem Wert in Millionenhöhe.

Sein Lebenswerk übergab Bruno Gebhardt kurz vor seinem Tod an die damalige Stadtverwaltung Zwönitz. Doch die Objekte wurden vom kommunistischen Regime nicht wie erhofft gepflegt, sondern verhökert. Wertvolle Gegenstände aus der Sammlung wanderten über den staatlichen Kunsthandel an westliche Abnehmer oder wurden als Präsente an hohe Partei- und Staatsfunktionäre verschenkt. Durch die Initiative einiger Zwönitzer konnten im Herbst 1989 die Reste der Sammlung vor dem endgültigen Ausverkauf gerettet werden. Mit großem Aufwand wurden die Exponate restauriert und neu katalogisiert. Diese Sammlungsstücke fanden ihren würdigen Platz in der 1886 von Familie Austel gebauten Jugendstilvilla.

Nachtwächter Zwönitz

www.zwoenitz.de

Andi Weinhold

www.andi-weinhold.de

Eric Frenzel

Eric Frenzel