Land- und Forstwirtschaft – Umwelt- und Naturschutz / Landschaftspflege

Schutzgebiete gemäß Naturschutzrecht

In der Region wurden zahlreiche Flora-Fauna-Habitat Gebiete sowie Natur-und Landschaftsschutzgebiete ausgewiesen. Insbesondere im Süden  des ILE Gebietes besteht im Bereich der Geyerschen Hochfläche und des angrenzenden Zschopautales eine herausragende und überregional bedeutsame Natur- und Landschaftsraumausstattung mit hoher Schutzbedürftigkeit. Die FFH-Gebiete nehmen  insgesamt eine Fläche von 710,8 ha ein. Es dominieren dabei besonders schutzwürdige Relikte der Hoch- und Zwischenmoore sowie arten- und strukturreiche Tallandschaften der Mittelgebirge. Neben den FFH-Gebieten wurden 5 Naturschutzgebiete ausgewiesen. Von den fünf Naturschutzgebieten umfassen die "Hermannsdorfer Wiesen" die größte Fläche mit 187,5 ha. Insgesamt sind 35 % der Flächen der ILEK-Region als Landschaftsschutzgebiete ausgewiesen. Vergleicht man diesen Wert mit Sachsen (29,4 %) und dem Regierungsbezirk Chemnitz (24,4 %), so ist deutlich zu erkennen, dass die Region eine überdurchschnittliche Natur- und Landschaftsschutzfunktion besitzt. Die 10.104,9 ha Schutzgebietsflächen werden besonders durch das "Obere Zschopautal-Preßnitztal", das "Greifensteingebiet" und das Areal "Talsperre Einsiedel-Kemtauer Wald" bestimmt.

Forstwirtschaft

Der Waldanteil der Region ist mit 36% deutlich höher als der sächsische Durchschnitt (26,8%). Allein daraus leitet sich schon die regionale Bedeutung der Forstwirtschaft ab. Geschlossene Waldgebiete befinden sich auf der Geyerschen Hochfläche, auf kargen Standorten im Bereich der Wasserscheiden und entlang der Talzüge. Die Wälder der Region bilden einen wichtigen Baustein im waldgeprägten Biotopverbund zwischen dem Gebirgsvorland und den waldreichen Kammlagen des Erzgebirges. Die Forstwirtschaft wird entsprechend des SächsWaldG und der Forsteinrichtung in den Revieren nachhaltig betrieben. Dabei steht der Umbau von instabilen, monostrukturierten Waldbeständen (Hauptbaumart Fichte) zu standortgerechten Mischwäldern im Mittelpunkt. Regelmäßig wiederkehrende Schadereignisse im Zuge von Wettereinflüssen (z.B. Sturmtief Kyrill)  aber auch der Klimawandel erfordern entsprechende Anpassungsstrategien und maßnahmen. Waldmehrungen werden zielgerichtet auf geeigneten Standorten vorgenommen.

Landwirtschaft

In der Region sind derzeit insgesamt 315 landwirtschaftliche Betrieb gemeldet. Diese verteilen sich auf Haupterwerb (84), Nebenerwerb (150) und Juristische Personen (81). In Elterlein, Drebach und Zwönitz konzentrieren sich über 35 landwirtschaftliche Betriebe. Mit 75% verfügen die profilbestimmenden Agrargenossenschaften über den Hauptanteil der 14.000 ha Anbauflächen. Die übrigen Flächen verteilen sich auf die  Haupt- und Nebenerwerbswirtschaften. Auf den Landwirtschaftsflächen dominieren Grünland, Getreide und Ackerfutter die Nutzungsstruktur. Alle anderen Hauptfruchtarten spielen hierbei derzeit eine untergeordnete Rolle. Einen Bedeutungsüberschuss im Vergleich zur Region weisen folgende Kommunen für verschiedene Hauptfruchtarten auf: Auerbach für Getreide (44 %), Ehrenfriedersdorf für Ölsaaten (18 %), Elterlein für Ackerfutter (38 %) und Gelenau für Grünland (51 %). Insgesamt unterliegen 6 % der Flächen der Stillegung. Dem Ackerbau (9.124 ha) kommt gegenüber der Grünlandwirtschaft (4.933 ha) eine höhere wirtschaftliche Bedeutung zu. Infolge der Reliefbedingungen sowie der Boden- und Klimaver-hältnisse besteht in der Region eine erhöhte Erosions- und Hochwassergefährdung.

Flächenverteilung in ha

Handel

Einzelhandelsflächen sind in ausreichendem Maße vorhanden Innerhalb der Region besteht in der Gemeinde Burkhardtsdorf die durchschnittlich höchste Kaufkraft pro Einwohner. In Venusberg ist die Kaufkraft am geringsten. Der regionale Durchschnittswert liegt geringfügig unter dem sächsischen Durchschnittwert. Die Einzelhandelsfläche pro Kopf beträgt in Sachsen 1,62 m². Von den Städten der Region weisen Ehrenfriedersdorf und Zwönitz höhere Werte auf. Während in Sachsen seit 1997 ein stetiger Anstieg zu verzeichnen ist, zeigt der Durchschnittswert der Beispielstädte im Vergleich zu 2001 keine einheitliche Tendenz auf. Großflächiger Einzelhandel ist nur in zwei Städten der Region vorhanden. Insgesamt ist die Region in ausreichendem Maße mit Einzelhandelsflächen ausgestattet.

m² pro Kopf

1997

2001

2006

groß- flächiger Einzel- handel

1997

2001

2006

E.-dorf

2,41

2,53

2,60

1,18

1,19

1,25

Geyer

0,79

1,02

0,96

-

-

-

Thalheim

1,59

1,11

1,08

-

-

-

Thum

0,47

1,12

0,94

-

-

-

Zwönitz

1,56

1,57

1,64

0,70

0,92

0,89

SW-Sachsen

1,47

1,55

1,71

0,94

0,86

0,97

Sachsen

1,41

1,58

1,62

0,90

1,01

0,96

Einzelhandelsflächen (Quelle: IHK Südwestsachsen)