Wirtschaftsstandort Lage und Verkehrsanbindung

A72 – Hof-Leipzig Abfahrten Stollberg West, Stollberg Nord, Chemnitz Süd
A4 – Frankfurt-Dresden Abfahrten Hohenstein-Ernstthal, Kreuz Chemnitz

Wirtschaft, Beschäftigung und Handel

Die Zwönitztal-Greifensteinregion war im Zuge der deutschen Wiedervereinigung seit 1990 einem tiefgreifendem Strukturwandel unterworfen, der alle Lebens- und Arbeitsbereiche umfasste und diese nachhaltig veränderte. Viele Arbeitskräfte mussten sich Aus- und Fortbildungsmaßnahmen unterziehen, um den veränderten Anforderungen gerecht werden zu können. Mit dieser Um- und Neuorientierung in den neuen Bundesländern kam es jedoch in den 90iger Jahren auch in der Zwönitztal-Greifensteinregion zu wirtschaftsbedingten Abwanderungen in die alten Bundesländer. Da sich die Menschen im Erzgebirge im Laufe der wechselvollen Geschichte schon häufiger mit gravierenden Umbrüchen und starken Veränderungen auseinander setzten mussten, wurde auch nach 1990 ein Neuanfang geschafft und inzwischen trägt diese Entwicklung sichtbare Früchte.

Flexibler Mittelstand und Branchenmix

So wurden die früher beschäftigungsintensiven Betriebe der profilbestimmenden Textilindustrie im Zeitgang durch einen gut aufgestellten und flexiblen Mittelstand ersetzt.  Die Wirtschaft der Region ist heute durch mittelständige Unternehmensstrukturen mit einem vielfältigen Branchenmix gekennzeichnet.  Neben traditionellen Produktionszweigen wie Holz- und Metallverarbeitung, Maschinenbau und Textilherstellung sind auch Unternehmen der Elektrotechnik/Elektronik, Kommunikationstechnik, der Medizintechnik und der Automobilzulieferindustrie ansässig.  Auch anhand der durchgeführten Erfassung von Industrie- und Gewerbebetrieben sowie sonstiger beschäftigungsintensiver Einrichtungen wird deutlich, dass die Region mittelständig geprägt ist. Mit Stand 01/2007 waren ca. 2400 Beschäftigte in Betrieben ab 150 Mitarbeiter angestellt. Das entspricht bei ca. 15.000 Beschäftigten am Arbeitsort in der Region einem Anteil von gerade einmal 16%. Folglich verteilen sich die Mehrzahl der Beschäftigten auf kleinere Betriebe und Einrichtungen.

Gewerbliche Wirtschaft, Beschäftigung und Umsatzentwicklung

Die gewerbliche Wirtschaft hat sich in den zurückliegenden Jahren erneut zu einem leistungsfähigen, strukturbestimmenden und beschäftigungsintensiven Wirtschaftszweig in der Region entwickelt.  Die dynamische regionale Wirtschaftsentwicklung beruht insbesondere auf einer gezielten Wirtschaftsförderung und erfolgreichen Ansiedlungspolitik im Freistaat Sachsen, aber auch in der Region, qualifizierten und motivierten Fachkräften, Fühlungsvorteilen zu den wirtschaftlichen Ballungsräumen in der Umgebung, der Besinnung auf regionale Werte, dem Erhalt und Ausbau sowie der Neuansiedlung von Unternehmen und nicht zuletzt einem agilen Management. Indikatoren, wie ein überdurchschnittlich hoher und weiter steigender Beschäftigtenanteil im Sekundärsektor bzw. im verarbeitenden Gewerbe sowie die erbrachten hohen Umsätze im Bergbau und verarbeitenden Gewerbe sind Beleg dafür. Gegenwärtig zeichnet sich jedoch bereits ein Mangel an Fachkräften und Ingenieuren ab.

Trotz der positiven wirtschaftlichen Entwicklung der Region in den unmittelbar zurückliegenden Jahren übersteigt die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten am Wohnort die Zahl der Beschäftigten am Arbeitsort. Die Gemeinden der Region weisen somit überwiegend Auspendlerüberschüsse auf. Lediglich Elterlein fungiert als Einpendlerort. Die Pendlerströme aus der Region sind dabei schwerpunkthaft auf die nahegelegenen Zentren im Wirtschaftsraum Chemnitz-Zwickau, auf andere Wirtschaftszentren und Regionen in Sachsen sowie die alten Bundesländer gerichtet.